30 Jahre Mauerfall: Die Zonengrenze

Der Mauerfall jährt sich dieses Jahr zum 30. Mal. In diesem Beitrag geht Karl-Heinz Hanke auf die rund 1.400 Kilometer lange Zonengrenze ein, die die BRD von der DDR trennte.

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von Karl-Heinz Hanke

Zum dreißigsten Mal wird jetzt in der Bundesrepublik Deutschland der Fall der Mauer gefeiert. Als Sinnbild hierfür gilt das Erklimmen der Berliner Mauer mit freudestrahlenden und Fähnchen winkenden Personen. Fast in Vergessenheit geraten ist dabei ein innerdeutsches Bauwerk, das fast 1.400 km lang die BRD und die DDR trennte. Ein Materie gewordener Wahnsinn, der einzig den Zweck hatte, die Abwanderung von Ost- nach Westdeutschland zu stoppen. Das untenstehende Schema verdeutlicht den Aufbau dieses menschenverachtenden Machwerks, wobei hier noch vergessen wurde, den zwischen Zaun und Kontrollstreifen liegenden Minengürtel zu kennzeichnen.

DDR-Bewohner, die näher als fünf Kilometer entfernt von dem Bollwerk wohnten oder arbeiteten, brauchten einen besonderen Ausweis oder eine begrenzte Genehmigung für den Aufenthalt dort. Wurde die Lage aus Sicht der NVA (nationale Volksarmee) zu unübersichtlich, hat man diese Dörfer daher entvölkert und dem Erdboden gleichgemacht.

Der Bevölkerung wurde erklärt, dass dieses antifaschistische Bollwerk zu ihrer eigenen Sicherheit errichtet und von ca. 30.000 Soldaten kontrolliert wurde. An dieser Grenze sind übrigens mehr Menschen zu Tode gekommen als an der Berliner Mauer.

Witz der Geschichte: Nachdem man Ende 1989 damit begonnen hatte, dieses Machwerk abzubauen, haben wir heute genau hier ein 1.400 km langes und ca. 500 Meter breites Schutzgebiet, mit einer Artenvielfalt, die es woanders in Deutschland kaum gibt.